In 2 1/2 Wochen durch Polen und das Baltikum

Planung:

 

August 2010

 

Durch die Formatumstellung sind ein Teil der Bilder verschwunden!

Eine Wiederherstellung ist mir leider nicht gelungen!

 

Bitte auch hier nachsehen:

Baltikum und Polen (Übersicht)

 

Bilder gibt es auch hier:

Galerien Polen und Baltikum


Bei der Spurensuche, über unsere Vorfahren, führte uns der Weg schon zweimal nach Polen.

Das ehemalige West- und Ostpreussen, die Masuren und Oberschlesien waren unsere Ziele.

Dabei wuchs der Wunsch, auch die anderen Gebiete unserer Geschichte kennen zu lernen.

Wir wurden mit wunderschönen Landschaften und den Kontakten mit netten Menschen belohnt.

Nach dem Studium der unterschiedlichsten Reiseführer und Reiseberichte, den Berichten über organisierte Touren, entschlossen wir uns für eine Individualreise.

3 Wochen waren eigentlich geplant, jedoch aus gesundheitlichen Gründen mussten wir einige Tage später von Bayern aus losfahren.

Schon aus den Gründen der begrenzten Reisezeit war eine organisierte Reise nicht möglich und ist auch nicht notwendig.

Zur Planung und als Reisebegleitung wählten wir diese Bücher aus:

Estland, Lettland & Litauen – lonely planet

Mit dem Wohnmobil ins Baltikum – WOMO-Reihe Band 68

Baltikum – Merian

Polens Norden – Reise Know-How

Polen Der Süden – DUMONT

Mit dem Wohnmobil nach Polen – WOMO-Reihe Band 61

Hier noch ein kleines Büchlein, welches sehr hilfreich war:

Sprachführer Osteuropa 12 Sprachen - Berlitz

 

Als Kartenmaterial sollten Karten mit dem max. Maßstab von 1:500 000 gewählt werden. Wir hatten bis zu M 1:700 000, was nicht unbedingt vorteilhaft ist.

Zur groben Vorplanung kann man auch die kostenlosen Karten der ADAC-Reiseplanungsmappe

verwenden.

 

Die POI`s der Campingplätze habe ich mir aus dem WWW auf das Navi geladen.

Die Stellplatzdaten (Geodaten) wurden immer bei Bedarf aus dem WOMO-Reiseführer verwendet.

 

Einige gängige Floskeln, in den jeweiligen Landessprachen, halfen uns auf der Reise und wir sahen uns immer freundlich lächelnden Menschen gegenüber.

Wobei Deutsch, Englisch und sogar Französisch durchaus die Kontakte vereinfacht.

Es öffneten sich immer die Türen für uns.

 

Die Reise verbuchten wir als Schnupperreise, da die zu Verfügung stehende Zeit viel zu kurz bemessen war.

So warten wir auf den Lottogewinn, wenn nicht, dann auf die Tage der freien Verfügung!

 

Auf eine umfangreiche Beschreibung der besuchten Orte und Regionen sowie der geschichtlichen Hintergründe habe ich verzichtet, da die genannten Reiseführer

dieses wesentlich umfangreicher abdecken.

 

Aktualisiert am: 22.11.2010

 

Erster Tag

Unser erster Tag führte uns nach Brandenburg und wir suchten uns einen Übernachtungsplatz, möglichst nahe an der Grenze.

Unsere Wahl viel auf einen vertrauenswürdigen Rastplatz, in der Nähe von Cottbus

 

http://www.cottbus.de/gaeste/index.html

Cottbus

05.08.2010

Am Morgen, nach dem Kaffee, brachen wir in Richtung Polen auf.

 

Wir fuhren auf der B112, vorbei an den Kohletagebauanlagen in Jänschwalde, zum Grenzübergang nahe Guben/Gubin.

 

Vorher machten wir noch einen kleinen Abstecher, zu den Bahnen von Vattenfall.

 

Tagebau Jänschwalde

Vor der Landesgrenze machten wir noch eine kleine Kaffeepause, um danach die Neisse zu überqueren. An den verlassenen Grenzanlagen hielten wir an und suchten eine Wechselstube (KANTOR) auf.

 

  Leider sprach die anwesende Dame nur Polnisch, was die Umwechselaktion jedoch nicht beeinflusste.

Unser Ziel war Bromberg, welches wir jedoch erst am nächsten Tag erreichten.

Bromberg / Bydgoszcz

Wir fanden einen schönen Übernachtungsplatz (kostenloser Parkplatz auf einer Wiese) in Pudewitz/Pobiedziska, mit See und Bänken an den Ufern und einer Freibadanlage.

 

06.08.2010

Die Sonne weckte uns um 7:30 Uhr mit angenehmen 21° C!

Unser nächstes Ziel war Bromberg / Bydgoszcz, jedoch versäumten wir nicht den Halt an der Holzkirche in Lubowo / 1875-1945 Libau.

  

Mit einigen Umleitungen, bedingt durch den massiven Strassenbau, kamen wir dann bei Sonnenschein am bewachten Opernparkplatz in Bromberg / Bydgoszcz an.

 

Dieser Tag sollte mir noch die Freude an dieser Reise vermießen.

Bei der umfangreichen Stadtbesichtigung, mit beeindruckenden Bauten und Strassenzügen,  viel mir meine Kamera zu Boden. Jetzt dachte ich nur noch an die nicht vorhandenen Bilder.

Gott sei Dank! Der Filterring hatte alles abgefangen (Messingring verbeult, Filterglas gesprungen und auch nicht mehr vom Objektiv zu lösen).

So machten wir uns auf die Suche nach diversen Fotoläden, untermalt von mieser Stimmung.

Uschi fand einen Digital-Shop, deren Mitarbeiter sich sofort um mein Missgeschick kümmerten.

So war der Tag und die Stimmung gerettet, vorerst. Denn, es sollte noch zweimal dicker kommen.

Ich habe wieder etwas gelernt, fürs Leben!

Dieses aber später.

Jetzt genossen wir erst mal Kaffee und leckeres Gebäck in einer gemütlichen und nostalgischen Kaffeestube.

 

Der Geschmack war unvergesslich, fast wie hausgemacht. Wenn ich da an unsere einheimischen Geschmacksrichtungen denke.

Typ: Einheitsfertigbackmischungsvariante

Da inzwischen starker Regen auf uns niederprasselte, entschlossen wir uns zur Weiterfahrt und verschoben weitere Besichtigungen auf die nächste Reise.

Unser heutiges Ziel war ein Campingplatz in den Masuren, welchen wir schon 2008 genießen konnten.

 Agroturistika Camping

                                       

 Zahlreiche Umleitungen, auf holprigen Wegen,  verschoben die Ankunftzeit auf 21:30 Uhr.

Das Navi stand uns wieder mal ratlos gegenüber. Kein Wunder, bei der Bauaktivität in den Touristengebieten.

Wir wurden noch kurz vor Torschluss in die liebevoll gestaltete Parklandschaft eingelassen. Es ist ein Traum von einem Campingplatz.

Dieser Platz ist für Wohnwagen und Wohnmobile, sogar für sehr große WOMO`s und für Menschen mit Behinderung geeignet.

Der Besitzer hat einen eigenen Sanitärbereich für Rollstuhlfahrer eingerichtet.

 


Wir ließen die Seele baumeln und planten einen Tag mit Ruhepause und Badesee bei Familie Grundel ein.

 

 

08.08.2010

Nach dem Ruhetag und der Rotkäppchenaktion (Pilzsammelaktion) von Uschi, brachen wir um 9 Uhr auf.

Vorbei an Märkten, Kirchen und Sammlungen von Kraftfahrzeugen und alten Motorrädern,

fuhren wir an die litauische Grenze.

Diesmal kam das Gefühl der Spannung wieder, wie wir es aus jungen Tagen gewohnt waren und sogar vermissten.

Schon längst ist der Grenzübertritt nach Italien und Frankreich zur Gewohnheit geworden.

Nichts kippt uns noch aus den Schuhen!

Doch jetzt war es wieder da, das Kribbeln. Vor lauter Spannung vergaßen wir sogar das Grenzfoto.

Aber, es war ganz anders.

Kein Beamter, kein Soldat, kein Polizist war zu sehen. Nur eine verlassene Grenzstation mit einer Wechselstube erwartete uns.

Nachdem die italienische Busgesellschaft ihre Euro gewechselt hatten, waren wir an der Reihe.

Jetzt ging es weiter, in Richtung der Kurischen Nehrung.

Wir wollten so schnell wie möglich nach Vente und kürzten die Strecke ab um vorher noch einen kleinen Hügel besteigen zu können und eventuell einen Blick in Richtung Königsberg zu genießen.

Bei Gelgaudiskis überquerten wir die Memel / Nemunas.

Leider habe ich kein Bildmaterial über diese Strecke, da eine meiner Speicherkarten den Dienst aufgegeben hat.

So kann ich auch die wunderschöne Kirche mit den Gesängen, die wir Mittags genießen konnten, hier nicht zeigen.

Die Weiterfahrt gestaltete sich jedoch anders.

Der Weg zu dem besagten Hügel war uns zu anstrengend und zu holprig.

Die Strecke ist eher für die Quadfahrer gedacht. So änderten wir unsere Planung und fuhren direkt auf die Halbinsel nach Vente / Windenburg. Dort wollten wir, wie im Buch

beschrieben, den Parkplatz am Kiosk mit Fischverköstigung zum Übernachten nutzen.

Kaum am Parkplatz angekommen, da prasselte es auf uns nieder und schien sich nicht zu bessern.Kein Fisch, keine Übernachtung, kein Leuchtturm, keine Vogelwarte, nur trostloses

Wetter!

So zogen wir gleich weiter, zielstrebig nach Klaipeda / Memel.

 

 

Inzwischen haben wir auch unsere Baltikumkarte, aus dem Hause ADAC, speziell gefaltet.

Denke, die Profifalter hatten noch nie die Gelegenheit, diese Karte im Wohnmobil entsprechend

zu nutzen.

Die Fahrerhausbreite lässt es einfach nicht zu. Hiermit lade ich alle Leser zum Faltwettbewerb ein.

Auch das Navi nutze ich nur eingeschränkt.

Wir schalten die freundliche Dame, mit der erotischen Stimme (extra von mir geladen), einfach ab.

Eine Stimme, nämlich die von Uschi, genügt mir vollkommen.

Klaipeda / Memel näherte sich und das Navi zeigte mir den Weg zum CP „Pajurio kempingas“, was wegen der vielen Baustellen auch sehr hilfreich war.

Dieser Platz liegt etwas außerhalb, aber wunderschön.

Jeder Stellplatz hat eine Ver- und Entsorgungsstation, ja sogar die Chemietoilette kann man vor Ort entleeren. Der pure Luxus!

 

 

   Der Empfang: multilingual

Hier standen wir unter den vielen europäischen Nachbarn, einige Deutsche mit Wohnwagen und Zelten waren auch da.

Nach dem Abendessen planten wir den kommenden Tag.

Diesen werden wir auch nicht vergessen.

Dieses hatte mehrere Gründe, welche ich noch beschreibe.

 

 

09.08.2010

Wieder ist ein wunderbarer Tag ist angebrochen, nur die Nacht war etwas unruhig.

Warum?

Weil die Güterzüge absolut keine Rücksicht nehmen auf ruhebedürftige Camper.

Nach dem Frühstück sattelten wir die Räder und machten uns auf nach Nida, früher Nidden.

Wasser, Kamera, Flickzeug, alles dabei!

Unsere Ortskenntnis führte uns dann sogleich in ein Industriegebiet.

Ein netter Angestellter, der englischen Sprache kundig, zeigte uns den richtigen Weg.

Am Deutschen Soldatenfriedhof vorbei, direkt in die Stadt, dann zum Fährhafen für Fußgänger und Radfahrer.

Am Friedhof hielten wir an und gedachten der Toten beider Weltkriege.

 

Die Fußgänger und Radfahrer teilen sich die breiten Boulevares.

Für die Stadt hatten wir vorerst nur ein Auge übrig.

Am Hafen lösten wir die Fahrkarten und warteten auf die Überfahrt, dabei betrachteten wir den wachsenden Wohlstand (Jaguar, Mercedes, Porsche usw.).

                                                

                      

Ein mächtiges Kreuzfahrtschiff verzögerte unsere Abfahrt auf die Kurische Nehrung.

Kurische Nehrung? Viel hatten wir schon darüber gelesen und im Fernsehen gesehen.

Kurische Nehrung

Jetzt wollten wir die gigantischen Sanddünen selbst erradeln. Es war knapp 10 Uhr und blauer Himmel mit viel Sonnenschein. So fuhren wir nach dem Anlegen sogleich los.

Ein wunderbarer Radweg trennte uns später von den Autos und den wenigen Wohnmobilen.

Es ist ein Traum. Sanddünen, Natur pur, manchmal vergleichbar mit der Lüneburger Heide, daneben die Ostsee. Jetzt sind wir da, wo wir schon lange hin wollten.

                                                                        

 

Auf halber Strecke machten sich die ersten Zweifel an der Verkehrsmittelwahl breit.

Wir wollten unbedingt die Natur hautnah erleben.

Es war heiß, kaum Schatten und die Wasserflasche war fast aufgebraucht. Mein Rad, aus einer gemeindlichen Fundstelle, war das denkbar ungünstigste Fortbewegungsmittel hier.

Es reicht eigentlich nur für diverse Biergartenbesuche aus. So fuhren wir weiter, in der Hoffnung auf ein frisches Getränk. Dazu kam noch der etwas grobe Belag des Radweges, welcher ein schnelles Rollen nicht ermöglichte.

Durch mehrere Stopps und herrliche Blicke auf die Ostsee und das Kurische Haff wurden unsere

Durchhaltekraft wesentlich gesteigert. Dazu erstand Uschi noch eine Portion der köstlichen Heidelbeeren.

Irgendwann kamen wir erschöpft, nach ca. 60 Km, in Nida an.

Unglaublich, für trainierte Vorgebirgler.

Zuerst suchten wir eine nette Dame am Informationsbüro auf. Diesmal war Französisch angesagt,

da es mit Litauisch bei uns schlecht bestellt ist.

Ja, es geht ein Bus nach Klaipeda, mit Fahrradmitnahme. Eine Rückfahrt, mit dem Fahrrad, hätten wir nicht mehr geschafft.

Wir sahen uns den Ort, den Thomas Mann schon in den 1930-Jahren inspirierte, in Ruhe an. Nur die Dünen wollten wir nicht mehr besteigen.

Wir entschlossen uns für ein gemütliches Restaurant, mit Blick auf das Kurische Haff und genossen

Fisch, Salate, köstliches Bier und danach einen leckeren Baumkuchen (Sakotis).

Mit dem Bus fuhren wir dann zurück an die Fährstation, nach dem Übersetzen dann noch ca. 10 Km bis zum Campingplatz.

Der nächste Tag war für das Ausruhen und der Stadtbesichtigung eingeplant.


10.08.2010

Nach dem Frühstück schwangen wir uns wieder auf die Räder, ich nur widerwillig.

Hatte ich doch mein gutes Reiserad zuhause gelassen. Warum nur?

Den Weg kannten wir bereits, so kamen wir schnell voran, vorerst.

Vor uns blinkte eine Warnanlage! Warum?

Ein Mann machte komische Bewegungen! Wir unterbrachen unseren Tritt und sahen uns das Geschehen an. Da kam dieser auf mich zu und erklärte mir mit Händen und Füßen die Situation.

Eine Elchkuh befand sich beim Fressen und es wären noch junge Elche im Wald.

   

Inzwischen stoppten immer mehr Autos und die Insassen beobachteten die Elchmutter.

Nach einer Viertelstunde fuhren wir jedoch wieder los, um in die Stadt zu gelangen.

Klaipeda/Memel, 1253 vom Deutschen Orden gegründet, die Geburtsstadt von Simon Dach (Ännchen von Tharau), wurde schön saniert.

Klaipeda

Nach der Stadtbesichtigung fuhren wir wieder zum Hafen und stärkten uns mit landestypischer Küche (Cepelinai).

Vor der Rückfahrt, zum Campingplatz, machte ein besonderer Smart auf sich aufmerksam.

 

Espresso aus der Heckklappe! Wir mussten uns diesen sofort ansehen und genossen köstlichen Espresso.

Der nächste Tag führte uns nach Liepaja, dann zum nächsten Campingplatz mit Ostseezugang.

 

 

11.08.2010

Wieder war ein schöner Tag angebrochen,

jedoch wird dieser Tag für uns unvergesslich bleiben!

Nach dem Passieren der Grenze, nach Lettland, wechselten wir gleich etwas Geld um.

Zuerst fuhren wir in Richtung Liepaja, um die Stadt und den ehemaligen gigantischen Kriegshafen

Karosta, den es auch schon unter der Zarenzeit gab, zu besichtigen.

Karosta

In Nica fanden wir einen schönen Parkplatz an der Gemeinde, der sich auch für eine Übernachtung eignen würde. In der Nähe dieses Platzes ist ein Restaurant mit Seeterasse.

 

Wir zogen jedoch eine Weiterfahrt vor, nachdem sich Uschi mit Informationsmaterial eingedeckt hatte.

Kurz danach entschlossen wir uns für eine Kaffeepause, nahe an der Straße.

Diese war ordentlich ausgebaut und mit schönen Abfahrten versehen.

So entschlossen wir uns für eine dieser schönen Abfahrten und ich wollte auch gleich wenden.

Gesagt, getan!

Doch da waren wir dann auch schon mit dem Wenden am Ende.

Die Hinterachse stand in einer Wiese und die Vorderräder drehten munter durch.

Ich versuchte vorsichtig, mit wenig Gas, aus der Situation zu kommen. Vergebens!

Das linke Vorderrad grub sich immer mehr ein. Ich stieg aus und sah mir die Sache an.

Da viel mir mein Klappspaten ein.

So begann ich munter drauf los zu Schaufeln, doch es war vergebens.

Der DUC grub sich immer weiter ein. Was ja auch klar war. Der Weg wurde frisch aufgekiest und hatte noch nicht die erforderliche Festigkeit.

Jetzt war guter Rat gefragt.

Weit und breit kein Mensch. Ich dachte schon an eine Übernachtung am Straßenrand, da der Verkehr inzwischen auch abgenommen hatte.

Die Stimmung war etwas angekratzt, da bemerkte Uschi ein LMC-Wohnmobil, mit EBE-.....

Kennzeichen für Ebersberg. Toll, ein Deutscher!

Das dachten wir nur. Denn die lettischen Kenzeichen sind unseren Kennzeichen sehr ähnlich.

Wir machten uns durch nicht ganz unauffälliges Winken bemerkbar, was dann auch seine Wirkung zeigte.

Der LMC drehte um und fuhr zu uns.

Da bemerkten wir die falsche Annahme. So vereinbarten wir zuerst die Kommunikationsmöglichkeit.

Englisch war angesagt!

Wir und die freundlichen Wohnmobilisten versuchten jetzt die Situation in den Griff zu bekommen.

Leider kam dabei kein brauchbares Ergebnis heraus. Großes Stirnrunzeln in der Runde!

Da kam ein Baufahrzeug des Weges (klingt fast wie im Märchen).

Der freundliche Lette lief jetzt auch auf die Straße und winkte dem Baufahrzeugfahrer zu.

Da stoppte dieser und bog zu uns ein.

Die beiden Engel der Straße versuchten nun auch eine Basissprache zu finden. Russisch oder Lettisch?

Sie einigten sich auf Lettisch.

Jetzt war die Problemlösungsrunde etwas größer geworden.

Es wurde hinten geguckt, dann vorne geguckt, dann kam Bewegung in die Runde.

Die Felder , links und rechts des Weges, konnten nicht mit dem Fahrzeug befahren werden ohne einen mächtigen Flurschaden zu hinterlassen.

So fuhr er das Baufahrzeug auf den DUC zu und legte die Schaufel aus.

Wozu dieses?

Ist doch klar! Am Auslegearm ist eine Öse angebracht.

Nur was sollte da eingehängt werden?

Kaum ging mir dieser Gedanke durch den Kopf, da rannte der freundliche Lette mit dem eigenen Abschleppband zu uns zurück.

An die Öse am DUC eingehängt, das andere Ende an die Baumaschine.

Was nun? Fahren konnte er seine Baumaschine aus verschieden Gründen nicht.

Er drehte einfach den Arm der Maschine auf die Seite und gab mir ein Zeichen, zum langsamen Gasgeben.

Toll! Es hatte funktioniert!

Alle sahen sich freundlich an, nickten zufrieden und versuchten zu fliehen.

Doch wir konnten die beiden Helfer noch stoppen und unsere deutsche Rotweinsorte, beste Hanglage, verteilen.

Wir waren überglücklich!

Ich schimpfe auch nie mehr über langsame Baufahrzeuge!

Frisch geschotterte Wege meide ich zukünftig auch.

Zu Hause wird ein Abschleppband gekauft. Sollte ich es nicht brauchen, so kann ich eventuell freundlichen Letten aus der Misere helfen!

Danke! PALDIES !

Inzwischen habe ich mir ein Band besorgt. Im Sonderangebot, bis 6t, zu 29 €!

 

Liepaja / Libau

Liepaja überraschte uns mit schönen Häusern und hübsch gestylten Damen.

Im Hafenbereich fanden wir sogleich einen Parkplatz und machten uns auf den Weg in die Innenstadt.

Nach kurzer Zeit fanden wir den Markt und genossen den Anblick der frischen Waren. Uschi machte ihre Einkäufe, danach fuhren wir umgehend nach Karosta.

 

Den  Beschreibungen einzelner Reiseführer konnten wir nicht folgen. Grauenvoller Plattenbau, teilweise nicht fertiggestellt und wirklich trostlose Anblicke.

So suchten wir die St. Nikolay-Kathedrale auf (erbaut 1901-1903).

 

Kaum waren wir in den Wohngebieten angekommen, so wurden wir auch schon von Kindern umzingelt, welche den Wunsch nach milden Gaben "Money. Money" äusserten.

Da wir langsam fuhren, wurden unsere Trittstufen als Mitfahrplattform benutzt.

Was tun?

Da Wohnmobilfahrer nie Bares haben, musste eine Lösung gefunden werden.

Uschi verteilte sofort und großzügig die leckeren Bonbons aus dem Land der Eidgenossen.  So ließ die Horde von uns ab.

Die Kathedrale betrachteten wir, aus verständlichen Gründen, nur kurz und von außen.

Da wir jetzt Ruhe brauchten, suchten wir umgehend nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Diese bot sich nach kurzer Wegstrecke sogleich an.

Camping Sili

Ein wunderbarer Campingplatz, mit Feuerstelle, natürlichen Sitzgelegenheiten, Wasser und Strom und wieder Natur pur! Wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen

 

und begaben uns nach dem Abendessen an die Steilküste.

 

Heute packte ich meine neue Investition aus, einen kleinen und klappbaren Holzkohlegrill.

Kohleanzünder und Holzkohle verpackte ich in eine passende Kunststoffkiste.

 

Die verbrauchte und erkaltete Holzkohle wurde in den dafür vorgesehenen Grillplatz entsorgt.

Wenn kein Grillplatz vorhanden ist, dann benutzen wir ein entsprechendes Leinensäckchen.

Fleisch vom Holzkohlengrill schmeckt wirklich besser!

 

 

Nicht weit vom Stellplatz, mitten im Wald, war ein entsprechender Bereich für die Zelte vorgesehen.

Ich traute meinen Augen kaum! Großzügig angelegte Plätze, mit Tischen und Bänken, vor den Zelten knisterten die Lagerfeuer.

Bei uns eine Unmöglichkeit! Es roch nach Rauch, Fleisch und Würsten und nach Abenteuer!

An der Steilküste waren Holztreppen angebracht, einige Treppen waren bereits durch Wind und Wetter eingestürzt, die jedoch durch neue Treppen ersetzt wurden.

Wir genossen zuerst den wunderbaren Ausblick auf die Ostsee, um danach hinab zu steigen und am Ufer entlang zu gehen.

 

Eine uns unbekannte Ruhe machte sich breit. Weit und breit kein Mensch!

Doch da, eine Strandbar!

Leider war diese verlassen und ich musste auf mein Bier im Wohnmobil warten.

 

12.08.2010

Riga war unser nächstes Ziel.

Doch vorher machten wir an einem schönen Schlösschen und in der mittelalterlich anmutenden Stadt Kuldiga eine Kaffeepause.

Nach Kuldiga wurden wir noch sehr nett überrascht!

In Kuldiga scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Vielzahl an alten Holzhäusern beeindruckte uns sehr.

Kuldiga

Unser Weg nach Riga führte uns durch den Ort Sabile / Zabeln, welcher für uns eine Überraschung parat hatte.

Puppen, Puppen, Puppen!

Waren wir doch erst im STEIFF-Museum in Giengen.

Doch diese Puppen hatten auch etwas Besonderes!

 Sabile

Wir hielten an und betrachteten die Vielzahl an lustigen Puppen.

                                                                         

Der Puppenvater saß auf einer Bank und genoss den Blick auf seine Untertanen und auf die verwunderten Touristen.

So direkt an der Strasse und dazu noch kostenlos.

Nein, Geld wollte er keines! Er sei auch nicht der Puppenvater, machte er mit klar!

Nach dem Rundgang warf ich dann doch eine Spende in die unauffällige Sparkiste.

Wir verabschiedeten uns beim Puppenvater und fuhren in Richtung Riga.

 

Unser TOMTOM führte uns zielstrebig nach Riga und zum Campingplatz .

RIGA-CITY-Camping

Wie bin ich nur früher ohne Navi ausgekommen?

Da wir am Nachmittag ankamen, besuchten wir umgehend die Altstadt. Die Stadt ist mit dem Rad oder besser zu Fuß erreichbar.

Eine Stadt, mit unzähligen und traumhaften Fassaden aus dem 19. Jahrhundert. Da es so überwältigend war, beschlossen wir einen Ruhetag einzulegen.

Nach dem Verdauen, der ersten Eindrücke, machte wir uns auf den Nachhauseweg.

Uschi bruzelte noch leckere Pilze in der Pfanne, die sie am letzten Campingplatz sammelte und dem Campingplatzwart zur Prüfung vorgelegt hatte.

Ich deckte den Tisch und suchte nach dem passenden Getränk. Wir wollten den schönen Tag entsprechend ausklingen lassen.

Der Duft war unglaublich!

Nach dem zweiten Bissen machte Uschi ein komisches Gesicht.

Ein Pilz schmeckte bitter, sogar sehr bitter, meinte sie. Ich aß weiter, weil es mir schmeckte.

Doch nach wenigen Bissen kamen auch mir Bedenken. So packten wir die leckeren Pilze weg und

aßen nur noch Brot, Wurst und Tomaten.

Später legten wir uns in den Alkoven, zur verdienten Ruhe.

13.08.2010

Es war 2:30 Uhr , Uschi weckte mich. Sie hatte nicht geschlafen, Mund und Hände wären pelzig.

Da war jetzt guter Rat nötig!

Es wurde nicht besser mit der Pelzigkeit und alle möglichen Situationen durchlebte jetzt unser Campergehirn.

Wir dachten schon an das Schlimmste. Ich wollte nicht alleine zurück fahren.

So zogen wir uns an und gingen zum Sicherheitsdienst des Campingplatzes, dieser verstand jedoch unser Anliegen nicht. So reduzierten wir unser Bedürfnis auf die Beschaffung eines Taxis.

Jetzt kommt unser Reiseführer von Lonely Planet ins Spiel. Auf Seite 209 sind zwei Krankenhäuser mit 24h Dienst verzeichnet, dies zeigten wir dem Taxifahrer und er wählte das nächstgelegene Krankenhaus aus (Pauls Stradins Clinical Hospital).

Die Anmeldung war grauenhaft, angesichts unserer Situation und den Gedanken im Kopf.

Zwei missmutige Damen, welche sich gegenseitig an Missstimmung zu übertrumpfen versuchten, verlangten nach dem Passport.

Passport? Ich machte ein fragendes Gesicht.

Vermutlich hatten die Damen noch nie einen deutschen Personalausweis gesehen.

Sichtlich ungehalten wurde dieser jedoch akzeptiert und die Daten , so weit möglich, entsprechend aufgenommen.

Die Frage nach dem Wohnort, beantwortete ich mit RIGA-City-Camping.

Dieser war auch gänzlich unbekannt.

Jetzt sollten wir uns setzen und auf den Arzt warten.

Nach 30 langen Minuten kam ein freundlicher Herr, mit weisser Arztbekleidung und erkundigte sich nach den Beschwerden. Da waren die englischen Sprachkenntnisse wieder von Vorteil.

Wir sollten wieder warten.

Nach weiteren 30 Minuten kam ein anderer freundlicher Herr und befragte uns ausführlichst nach dem Befinden. Dieses war um so effizienter, da die nicht vorhandenen englischen Worte , durch Uschi in Französisch ergänzt wurden.

Jetzt war der äußerst freundliche und hilfsbereite Herr voll im Bilde.

Wir zeigten im die mitgebrachten Pilze und die Fotos, welche ja auf der Digitalkamera gespeichert waren.

Uschi bekam sofort, von einer sehr freundlichen russischen Krankenschwester, eine Salzlösung zu trinken und ich ging leer aus, da ja keine Auffälligkeiten bei mir festgestellt werden konnte.

Wir sollten jetzt etwas warten, da er sich jetzt beraten müsse, wurde uns mitgeteilt.

Nach 10 Minuten kam der freundliche Herr zurück und überbrachte uns den Befund:

Alle Pilze in Ordnung

Eventuell zu wenig getrunken

Der ganz normale Umstellungs- und Urlaubsstress

Ein Pilz bedurfte einer besonderen Zubereitungsart, welche wir nicht kannten.

So kann dieser dann leicht toxisch wirken.

Dieses alles zusammen kann dann zum entsprechenden Unwohlsein führen.

Jetzt viel uns ein Stein vom Herzen.

Uschi erhielt noch ein Infusion und dann kam der Arzt und wir gingen zusammen zur Kasse. Er veranlasste eine Rechnung und teilte uns die Summe von 20€ mit, in Deutsch. Ich zeigte mich verwundert, da ich mit einer höheren Summe gerechnet hatte.

Wir verabschiedeten uns freundlich und versuchten den Betrag zu begleichen.

 No €, erklärte mir eine der missgelaunten Empfangsdame.

Jetzt machte sich wieder ein Stirnrunzeln bei mir breit. Doch Uschi hatte die entsprechende Anzahl an Lettischen Lats bereit.

Mit einem freundlichen „Paldies“ zogen wir los, in Richtung Campingplatz.

Inzwischen war es 6:30 Uhr geworden.

An der Pforte erkundigten wir uns noch nach der Busverbindung.

Plötzlich holte ein Wachmann seinen Laptop, lud die Riga-Karte und erklärte uns in Englisch den Weg zum Bus.

Da es nur 4 km bis zum Campingplatz waren, zogen wir den Fußweg vor.

Jetzt kam wieder das TOMTOM ins Spiel. Ich stellte auf Fußgänger um und los ging es.

 

RIGA erwacht!

Auch diese war eine interessante Erfahrung für uns.

Wer geht schon als Touri um 6:30 Uhr durch die Stadt, dazu noch in den Wohngebieten.

Alle sehen uns an. Wir grüßen freundlich zurück!

Man glaubt es kaum, aber da wurden die Gehwege und um die Häuser alles sauber gekehrt.

Wer kehrt bei uns um diese Zeit?

 Erleichtert, von dem Befund, ermüdet von der Situation legten wir uns wieder in die Betten.

 

 Es ist 9 Uhr und Zeit für das Frühstück.

Es war wieder ein wunderbarer Tag, so dass wir getrost zu Fuß in die Altstadt gehen konnten.

Riga, die Altstadt, ein Meisterwerk des Städtebaus, das Paris des Nordens.

Riga Municipal

Riga, die ehemalige Hansestadt, übertraf unsere Erwartungen. Fassaden, Kirchen, Restaurants, Strassencafes, Bands aller Stilrichtungen, hübsche Frauen und dieses alles bei Tag und bei Nacht.

 

So ließen wir die Blicke streifen, gönnten uns Kaffee und Bier und ließen uns von den Lifebands mitreissen.

Vor dem Schwarzhäupterhaus stand ein riesiger Tannenbaum, geschmückt mit Blumen.

Schwarzhäupter / Wikipedia

Riga, der Geburtsort des Tannenbaums, 1510!

 

Wer hätte es gedacht?

Zwei Gebäude vielen uns besonders auf!

Die Französische und die Deutsche Botschaft!

  

An der der Oper angekommen, betrachteten wir ungläubig die Eintrittspreise.

3-17 Ls/Person, das ist wirklich für das Volk gemacht!

Nach dem wir an der Büste von Johann Gottfried Herder angekommen waren, suchten wir ein nettes Lokal auf und genossen die köstliche Küche.

Johann Gottfried Herder

Spät machten wir uns auf den weg zum Campingplatz, um am nächsten Tag ausgeruht nach Tallinn

zu fahren.

 

14.08.2010

Wir hatten doch länger geschlafen, so konnten wir erst um 11 Uhr in Richtung Tallinn starten.

Beim Frühstück versuchte ich etliche Sender im Autoradio zu speichern.

HO BOE – LIDER FM

RIGA EIROPAS HIT

MARIKA

Da es nicht ging, schrieb ich diese für mich auf, für unser Internetradio.

Um 11 Uhr fuhren wir los, vorbei an Blumenständen, wie in Paris.

Nach der Stadt ging die Strecke immer an der Ostsee entlang. Einige Stellen sind so nahe an der Strasse gelegen, dass das Baden unumgänglich war.

Da wir noch Zeit hatten, legten wir eine Badepause ein.

Der Platz hatte gerade noch eine Lücke frei, für 6,40m. Wir genossen das Ostseewasser, den Sand und die Luft.

Danach machten wir uns noch einen kleinen Kaffee, aus der Alukanne.

Weiter ging es dann nach Pärnu / Pernau. Pärnu war eine einzige Baustelle, die uns etwas Nerven gekostet hat. Aber es muss sein, denn die Straßen sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand.

Pärnu

Der Transitverkehr hat seinen Preis.

So erreichten wir dann doch, wenn auch etwas verspätet, eine der nördlichsten der ehemaligen Hansestädte, Tallinn. Die Hanse, auch heute noch ein aktiver Bund.

Die Hanse

Nach der Stadtdurchfahrt kamen wir zum Hafen und suchten den Campingplatz auf.

Der Campingplatz befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Olympiaanlage von 1980.

Pirita

Nicht schön gelegen, aber am Hafen, mit Aussicht auf den Finnischen Meerbusen und mit vielen Booten und Schiffen.

Mit Tratsch, Ratsch und einer Flasche Wein ließen wir den Tag ausklingen.

 

15.08.2010

Frühes Aufstehen war angesagt, da wir etwas von der Altstadt entfernt unseren Platz hatten.

Wir erkundigten uns nach dem Bus und fuhren nach dem Frühstück in die Altstadt von Tallinn / ehemals Reval.

Tallinn

Nach einer anfänglichen Mischung aus Moderne und Mittelalter wurden wir später nur noch von dem mittelalterlichen Ambiente umgeben. Die Altstadt ist ein Überraschung und führt uns in die Zeit des 14. Jahrunderts.

Da wir für die mittelalterlichen Dinge besonders empfänglich sind , haben wir sofort einen schweren Kerzenständer erstanden.

 

Der Laden "Krambude"

Der Laden, mit dem Restaurant „Olde Hansa“ verbunden, beeindruckte uns sehr. Ein Traumladen für alle Mittelalterfreunde. So musste ich dann doch noch einen beschreibbaren Stammbaum für unsere Ahnenforschung erwerben.

Krambude , Olde Hansa

In der Marienkirche, eine der ältesten Kirchen in Tallinn (vor 1233 erbaut) und Estlands lutherische Hauptkirche, befindet sich eine große Sammlung von Wappenepitaphen der Estländischen Ritterschaft. Wir konnten uns nicht satt sehen.

Wappenepitaphe

Marienkirche und Heiliggeistkirche

Zur Mittagszeit suchten wir ein entsprechendes Lokal auf, dabei entschieden wir uns für Tallinns bestes russisches Restaurant, Troika.

"TROIKA"

Das Essen und der Service war vorzüglich!

Bei mir kamen etwas Wehmut auf, denn der Kürbissalat schmeckte wie von meiner Mutter zubereitet.

Am späten Nachmittag besuchten wir das älteste Cafe der Stadt, Maiasmokk, von 1864."Schleckermaul"

Marzipan aus Tallinn

Vor dem Einbruch der Dunkelheit begaben wir uns wieder auf die Rückfahrt nach Pirita.

Web-Cam Pirita mit Hafen und Campingplatz

Aber Achtung, der Busbahnhof , für die Rückfahrt, befindet sich im Untergeschoss eines Einkaufzentrums.

So ging ein wunderbarer Tag zu Ende. Viel zu schnell, wie so oft.

 

 

16.08.2010

Wieder war ein sonniger Tag angebrochen und wir genossen die Wärme am Morgen.

Es war 8 Uhr und das Thermometer zeigte auf 21° C.

Die Wetternachrichten, per SMS, aus der Heimat waren da weniger erfreulich.

Nach dem Frühstück steuerten wir unser nächstes Ziel an. Haapsalu, der Ort mit dem Eisenbahnmuseum.

Unterwegs besorgten wir uns noch einige Leckereien, für den alsbaldigen Verzehr und für die Familie zuhause.

Haapsalu, bereits in der Zarenzeit ein Kurort, mit alten Holzhäusern und dem 214m langen Bahnsteig.

Haapsalu

Wir standen am großen Parkplatz, vor dem Bahnhof, der uns für einen frühen Kaffeegenuss sehr geeignet schien.

Ein Muß, für jeden Eisenbahnfreund, der Blick ist ein Traum.

Nach der Ortsbesichtigung fuhren wir nach Riga zurück. Der Weg führte uns wieder an der Ostsee entlang und wir genehmigten uns ein kleines Bad in der großen Wanne.

Am frühen Nachmittag erreichten wir Riga und meldeten uns am Campingplatz an. Inzwischen waren auch wesentlich mehr Wohnmobile aus Deutschland am Campingplatz vertreten.

Wir machten uns frisch und gingen in die Altstadt, um noch mal die abendliche Athmosphäre zu genießen.

Am späten Abend traten wir dann den Heimweg an. Unterwegs erlebten wir noch eine Privatvorstellung eines Geländerakrobaten.

17.08.2010

Diesen Tag verbrachten wir wieder in Riga.

So konnten wir mehreren Hochzeitsgesellschaften zusehen, um das schönste Foto zu gestalten.

18.08.2010

Der Morgen war etwas bedeckt und es sah nach Regen aus.

Vor der Abfahrt bemerkte ich noch einen blinden Passagier an der Lüftungsschlitzen.

Wir machten früh uns auf den Weg, zum nahe liegenden Supermarkt und deckten uns mit Lebensmitteln und Batterien ein. Die niedrigen Preise bei Elektoartikeln sind unglaublich.

Jetzt ging es in Richtung der lettischen Grenze. Der Grenzübertritt war wieder ohne Probleme,

waren wir doch innerhalb der EU.

Etwas ältere Reiseberichte erzählten von schrecklichen Szenarien an den jeweiligen Grenzübergängen, die jedoch der Vergangenheit anghören.

Ich gab unser Ziel in das TOM-TOM ein und fuhren zur nächsten Attraktion.

Nordöstlich von Siauliai / Schaulen trafen wir dann auf eine gigantische Ansammlung von Kreuzen.

Wir waren am Berg der Kreuze / Kryziu kalnas.

Kryziu kalnas

Wir stellten unser Wohnmobil am Parkplatz ab und begaben uns zu der denkwürdigen Stätte.

Berg der Kreuze

Ursprünglich ein Ort des Widerstandes gegen die sowietischen Besatzer.

Mancher fühlt sich eventuell gestört durch den Touristenrummel, da es ein Ort der Besinnung und der Ruhe sein sollte. Vereinzelt kann man die Schicksale erahnen, die hinter jedem Kreuz stehen.

Ich suchte einen Weg für mich, etwas abseits von einer spanischen Touristengruppe und versuchte mich in die Situationen der Kreuzaufsteller und deren Schicksale zu versetzen.

Manche Schicksale liegen weit zurück, jedoch sind andere nur wenige Wochen alt.

 

Nach der Besichtigung stiegen wir etwas wortkarg und nachdenklich in unser Wohnmobil ein und

fuhren in Richtung Panevezys um dann nach Vilnius zu gelangen.

Nördlich von Vilnius suchten wir nach dem Mittelpunkt Europas und fanden diesen auch prompt.

Leider regnete es inzwischen und ein starkes Gewitter verkürzte unseren Besuch.

                                                      

Eigentlich wollten wir hier übernachten, mit anderen Wohnmobilen, die aber vermutlich wegen des Gewitters nicht da waren.

So fuhren wir weiter nach Vilnius.

Vilnius

Ich gab den Campingplatz ins Navi ein und fuhr los. Leider war das TOM-TOM total überfordert, da eine riesengroße Baustelle die Zufahrt zum Campingplatz erschwerte. Brücken und ganze Straßenzüge wurden neu angelegt. So fuhren wir wieder aus der Stadt hinaus, was wir noch ein zweites Mal unfreiwillig erleben sollten.

Vilnius City-Camping

 

Inzwischen hatte sich das Wetter wieder gebessert und dadurch die Orientierung erheblich verbessert.

Nach mehreren Umleitungen und Baustellen hatten wir die Stadt verlassen.

So wendeten wir bei der nächsten Gelegenheit und fuhren mit dem uns vertrauten Bauchgefühl zielgenau den gesuchten Campingplatz an. Ein großer Parklatz, am Messegelände, wurde zum Stell- und Campingplatz umfunktioniert.

Ein freundlicher Empfang, in deutscher Sprache, erleichterte uns auch hier die Anmeldung.

Wir suchten uns einen guten Platz, mit Aussicht auf den Fernsehturm, denn mehr war nicht sehenswert.

Zur Überraschung waren hier mehrere deutschsprachige Wohnmobilisten, welche wir dann auch ansprachen, um dann am nächsten Morgen mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren.

Nach dem Abendessen ließen wir den Tag mit Vodka genüsslich ausklingen.

               Fränkische Würste mit einheimischer Salatplatte

 

19.08.2010

 Nach dem Frühstück trafen wir uns mit Doris und Victor, um mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Nach knappen 5 Minuten waren wir an der Bushaltestelle und ein Oberleitungsbus brachte uns zum Bahnhof von Vilnius.

Auf der Hinfahrt wurde uns die Größe der Stadt bewusst und wir beschlossen eine Stadtrundfahrt zu buchen. Diese Entscheidung hatte sich gelohnt.

Vilnius, wie auch alle anderen von uns besuchten Städten, ist nicht mit 3 Sätzen zu erklären.

Weite Plätze, zahlreiche Kirchen, weisse Häuser, breite Straßen, Historie und Moderne treffen zusammen, in der europäischen Kulturhauptstadt von 2009.

Eine Besonderheit blieb mir aber besonders im Gedächtnis, das Denkmal von Frank Zappa!

      

Frank Zappa

Wer kennt ihn nicht, den Song „ Bobby Brown“?

(Wurde vom Bayerischen Rundfunk mal kurzzeitig abgesetzt)

Nach der Rundfahrt erkundeten wir auf eigene Faust, die größte barocke Altstadt des Kontinents und suchten nach einem gemütlichen Restaurant.

Dieses fanden wir dann in der Deutschen Straße. Vier Plätze waren eben frei geworden und so stand dem Genuss nichts mehr im Wege.

 

           

 

Nach dem leckeren Essen machten wir noch eine kleine Besichtigungsrunde um begaben uns dann zum Busbahnhof, um die Heimfahrt anzutreten.

Die Busnummer gemerkt, den Bus gefunden, bezahlt und eingestiegen und das Fiasko nahm

seinen Lauf.

Die Busnummer stimmte zwar, aber es war nicht der Oberleitungsbus, sondern ein klassischer Dieselbus. Und dieses war der Unterschied, der uns bald klar wurde.

So fuhren wir aus der Stadt hinaus, mit grölenden Jugendlichen, die uns versuchten zu provozieren.

Inzwischen kreuzten wir die Autobahn und Schilder nach Minsk (Russland) wiesen uns den Weg, in die ungewollte Ferne. Ein ungewohntes Bauchgefühl kam auf.

Irgendwann waren wir in einer trostlosen Plattenbausiedlung angekommen, der Bus leerte sich und wir blieben sitzen, für die Rückfahrt.

Die Rückfahrt, begleitet mit Wassermassen, genossen wir als was Besonderes.

Wieder am Busbahnhof angekommen suchten wir den erlösenden Oberleitungsbus, der uns zum Campingplatz brachte.

Im Wohnmobil ließen wir den Tag bei einer guten Flasche Rotwein ausklingen und Revue passieren.

Wir verabschiedeten uns von Doris und Victor und gingen zu Bett.

 

20.08.2010

 

Am frühen Vormittag traten wir die Fahrt in Richtung Polen an.

Irgendwie war es mir komisch im Magen. Dieses Gefühl des endenden Urlaubs kam auf.

War doch das Baltikum was Besonderes für uns. Polen war auch was Besonderes, aber irgendwie doch schon vertraut. Waren doch ein Teil unsere Wurzeln im jetzigen Polen.

 

Leider was uns ein Besuch in Trakai nicht möglich, da die Zeit drängte.

Wir beschlossen über die kleineren Strassen nach Polen zu fahren und wählten den Weg über Pirciuiai, Alytus, Lazdijai um dann nach Augustow zu kommen.

Augustow

Alytus

Etwa auf halber Strecke, nahe Alytus, wunderten wir uns über die vielen umgeknickten Bäume.

Vor wenigen Tagen musste ein furchtbarer Sturm über die Lande gezogen sein.

Diese Waldschäden zogen sich sogar bis nach Polen hinein.

Wir waren froh, diesen stürmischen Ereignissen entgangen zu sein. Wenn ich mir ausmale, wie unser Wohnmobil ausgesehen hätte.

An der Cote d`Azur hatten wir bereits schon mal Ängste ausgestanden, wegen den Fallwinden.

Die Landschaft überraschte uns teilweise parkähnlichen Eindrücken, was unsere Stimmung wesentlich verbesserte.

Viele farbige Bauernhäuser, in Holz gehalten, säumten den Rückweg.

Wir überholten eine Gruppe von jungen Leuten, die an einer Wallfahrt teilnahmen.

Vor der polnischen Grenze tankten wir unseren DUC nochmal voll und fuhren weiter nach Augustow, um dann den Weg nach Heiligenlinde/Swieta Lipka einzuschlagen.

Vorher programmierte ich die Koordinaten für den Stellplatz in das TOM TOM ein.

Die Strecke von Augustow über Lyck/Elk nach Sensburg/Mragowo kannten wir bereits, so ging es etwas zügiger voran. Eigentlich wollten wir wieder an dem Campingplatz in Klusy übernachten, doch wir waren viel zu früh dran.

Der Tag hatte immer noch seine graue Farbe, was eventuell von Vorteil war, wie sich später herausstellte.

Kurz vor Heiligenlinde meldete sich das Navi. Wir wären da, am Stellplatz!

Hm, entweder hatte ich mich vertippt, oder die Koordinaten stimmten nicht im Reiseführer.

Aber egal, wir finden trotzdem überall hin.

Da war sie auch schon, die barocke Basilika, mit den 4000 Orgelpfeifen.

Da sahen wir auch den Stellplatz, fuhren jedoch etwas weiter, zum nächsten Parkplatz.

Und da, ich traute meinen Augen kaum, mein Traum stand da. Nein, nicht eine tolle Blondine, ein

Wohnmobil auf Unimog-Basis.

So könnte es uns gefallen!

Es war frisch aus dem Laden, wie es sich dann später herausstellte.

Es regnete leicht und wir zogen unsere Regenwetterkleidung an, um in die Basilika zu gehen.

Heiligen Linde

Als Bayer kannte ich bereits einige Barockkirchen, doch diese hatte mich besonders beeindruckt.

Leider konnten wir die 4000 Orgelpfeifen nicht genießen, auch war ein typisches Foto nicht möglich, wegen den Renovierungsarbeiten.

Uschi machte noch eine kleine Runde, in die nahen Läden und ich suchte den Weg zum Traumfahrzeug.

Inzwischen war die Eigner angekommen. So blieb ein Plausch am und über das Fahrzeug nicht aus.

Danach verabschiedeten wir uns und fuhren in Richtung Allenstein/Olsztyn, zum Stellplatz in der Stadt.

 

Um nicht viel Zeit zu verlieren, fuhren wir geradewegs nach Allenstein/Olsztyn und nicht über Rössel/Reszel.

Über Reszel und vielen anderen bereits besuchten Orten werde ich noch in einem weiteren Bericht

schreiben, welcher unsere erste Reise mit dem Wohnmobil in Polen 2008 beschreibt.

Allenstein / Olsztyn

So blätterte ich im Reiseführer der WOMO-Reihe, Band 61, und suchte nach dem Stellplatz.

Dieser sollte nahe der Innenstadt liegen und ideal für unsere Stadtbesichtigung sein.

Nach kurzer Fahrt erreichten wir den Ort und fanden den beschriebenen und bewachten Platz für unser Wohnmobil.

Da er an einer Hauptsrasse liegt, ist er auch ohne Navi leicht zu finden.

Nach der Anmeldung, was meistens Uschi erledigte, machten wir uns für die Stadtbesichtigung fertig. Es war nicht weit, bis zur ehemaligen Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert und wieder wurden wir durch eine wunderbar restaurierte Altstadt überrascht. Es war inzwischen dämmrig geworden und der Hunger meldete sich bei uns an. So hatten wir die Qual der Wahl.

In welches der vielen Restaurants sollten wir gehen?

Das unten am Fluss gelegene oder doch mehr eines in der Innenstadt? Wir entschlossen uns für die Innenstadt. Beim Betrachten der Speisekarte

wurden wir von einem netten Herrn angesprochen. Dieser empfahl uns das vor uns stehende Restaurant.

Er sei in Allenstein geboren, bemerkte er und könne es uns empfehlen. Wir bedankten uns und gingen hinein.

Wir fühlten uns zurück versetzt, in eine Zeit, in der wir noch nicht geplant waren.

Eine freundliche Bedienung zeigte uns einen Tisch, für 2 Personen, zu unserer weiteren Überraschung in Deutsch. So war die Bestellung dann auch kein Problem.

Hatte ich doch 2009 einen Sprachkurs besucht, jedoch zur Bestellung der leckeren Gerichte reichte es nun doch nicht, da ich ja nicht besonders strebsam war.

Speisekarten sind manchmal wie Rätsel.

Hatte ich doch noch die Geschichte in Griechenland in Erinnerung, wo ich einen Liter Wein bestellte, aber eigentlich nur 2 Gläser wollte. War ganz schön viel Wein, für 2 Personen!

Inzwischen bemerkte ich, dass das mit der Bestellung noch einfacher war. Die Speisekarte war auch in Deutsch gehalten.

Nach dem leckeren Abendessen sahen wir uns die Stadt im Lampenlicht an und gingen dann zurück zum WOMO.

Auf dem Rückweg machten wir eine weitere Bekanntschaft. Dieser Herr sprach jedoch kein Wort,

stand nur da. Wir kannten ihn bereits. Nikolaus Kopernikus, war sein Name.

Kopernikus

Wo er wirkte!

Unser nächster Tag führte uns über Osterode/Ostroda, Rosenberg/Susz nach Marienwerder/Kwidzin.

21.08.2010

Wir standen wieder früh auf , machten uns ein leckeres Frühstück und begaben uns danach wieder in die Stadt.

Wir durchwanderten die schönen Straßen und machten einige Fotos, bis dann wieder die Zeit zur Weiterreise drängte.

In Osterode hielten wir uns nicht auf, da ein Stopp in Rosenberg geplant war.

In Rosenberg/Susz sollten auch Spuren unserer Linien vorhanden sein. Im Ort fand sich dann eine kleine Parkanlage, die zum Verweilen einlud.

Uschi schnappte sich die Kamera, ging auf Motivsuche und ich genoss die Ruhe!

So fand Uschi dann auch einen Laden, so wie wir ihn auch noch kannten.

Es gab Schrauben und alle möglichen Teile, diese wurden jedoch einzeln angeboten.

Man muss nicht immer eine Packung kaufen, der Rest schlummert dann in allen unauffindbaren Ecken und Regalen.


Nach einer kleinen Brotzeit fuhren wir weiter, in Richtung Marienwerder.

Marienwerder / Kwidzyn

In Marienwerder beschränkten wir uns auf den Besuch der Ordensburg, die den 2.Weltkrieg ohne Schaden überstanden hat.

Vor der Ordensburg ist ausreichend Platz für PKW`s , Busse und Wohnmobile.

Zuerst sahen wir uns die Umgebung der Ordensburg an, um dann das Innere zu erkunden.

Eine gigantische Anlage erwartete uns.

Im Inneren der Kirche befinden sich zwei der seltenen evangelischen Beichtstühle.

Nach einer privaten Führung durch den Dom, gingen wir zur Krypta, dort wurden wir durch eine große Glasplatte im Boden überrascht.

Domkirche Marienwerder

Darunter stehen die Särge der drei Hochmeister: Werner von Orseln, Ludolf König und

Heinrich von Plauen.

Die Hochmeister in der Krypta

Ich bin heute noch beeindruckt, obwohl wir schon bei einer anderen Reise die Marienburg gesehen hatten.

Nach der umfangreichen Besichtigung war unser Ziel Thorn/Torun.

Info zu Thorn

Kurz vor Thorn kamen wir in einen Stau, auf Grund der zahlreichen Bauaktivitäten bezüglich der Autobahn,, der sich aber bald wieder auflöste und unser TOM TOM zielsicher den Weg zum Stellplatz fand.

Auch dieser Stellplatz ist nahe der historischen Innenstadt.

Dieser Platz war gut belegt und der Platzwart zeigte uns die passende Lücke.

Oh Gott, dachte ich! War mir eigentlich zu stressig, so am späten Nachmittag. So stellte ich mich auf eine wesentlich größere Fläche.

Leider stand ich da nicht lange, denn der Platzwart bestand auf den bereits ausgewählten Platz.

Dieses teilte er uns freundlich und bestimmt mit. Später verstand ich auch den Grund dazu.

Jetzt war wieder Millimeterarbeit angesagt, so wie in Danzig, wo der Platzwart bei Regen schwitzte.

Das Einparken, ohne Rückfahrkamera, wurde durch freundliche Italiener wesentlich unterstützt.

Sprachbrocken erfreuten alle Beteiligten!

So standen wir, mit Unterarmnässe, zwischen Franzosen, Italienern und Spaniern.

Es war ein sonniger und warmer Tag, darum machten wir uns gleich auf die Socken.

Vorher erfolgte jedoch die übliche Prozedur. Badfenster öffnen und den Kühlschrank auf Gas umstellen.

Einige Getränke schmecken gekühlt doch besser!

Thorn/Torun

Da unser Stellplatz nahe an der Altstadt lag , konnten wir nach einigen Minuten bereits die Sehenswürdigkeiten genießen.

Torun

Historische Bürgerhäuser, Märkte, große und kleine Geschäfte, Restaurants und Gaststätten, in reichlicher Anzahl, erwarteten uns.

Wie im Reiseführer beschrieben, erreichten wir auch das Geburtshaus von Nikolaus Kopernikus, welches eigentlich zwei Häusern besteht.

In der Kirche des Hl. Johannes (1260) hängt die zweitgrößte Glocke Polens.

Wir gingen durch diese schöne Stadt an der Weichsel/Wisla, nahmen alle Dinge in uns auf und genossen den warmen Abend.

Fast am Ende unserer Reise angelangt ,versuchten wir den Abend zu dehen und suchten nach einer gemütlichen

Einkehr, die wir dann auch bei drei freundlichen Damen fanden.

Nach dem sehr leckeren Abendessen, unter einer Zeltüberdachung, sahen wir uns noch Thorn im Abendlicht an.

In allen Bars, Kneipen und Restaurants war Hochbetrieb.

Der Besuch der Deutschordensburg war für den nächsten Tag geplant.

Bei voller Dunkelheit erreichten wir dann unseren Stellplatz.

 

22.08.2010

 

Der letzte Tag unserer Polen- und Baltikumreise war angebrochen.

Nach dem köstlichen Frühstück verabschiedeten wir uns von den Nachbarn.

Vor uns verließen die Franzosen ihren Platz, jedoch mit dem bitteren Nachgeschmack der

unkontrollierten Grauwasserentsorgung.

So war eine weithin sichtbare Spur ihres Weges aufgezeichnet.

Die Italiener schüttelten nur ihren Kopf, über soviel Unvernunft.

Jetzt war uns allen klar, warum wir nur an den vom Platzwart zugewiesenen Stellen stehen durften.

Diese waren mit zwei Gullis versehen.

Ein freundliches „Arrivederci“ und los ging es. Die Italiener blieben zurück.

 

Wir fuhren nahe an die Weichsel, von dort unternahm ich noch einen letzten Besuch der Stadt und erkundete die Reste der Ordensburg.

Leider ist nicht viel von der Burg übrig geblieben.

Nahe der Weichsel ist noch ein Rest der Stadtmauer erhalten, mit einer Durchfahrt, leider etwas zu niedrig für uns.

Doch kurz davor, links von der Ordensburg, gab es einen weiteren Stellplatz.

Dieser war offensichtlich neu, so dass er in den Reiseführern nicht aufgeführt war.

Nach einigen Fotos kehrte ich wieder zum Wohnmobil zurück und wir begaben uns auf die letzte Etappe, die Heimfahrt.

Der Rückweg führte uns wieder über die riesigen Braunkohleanlagen, nahe der polnischen Grenze.

Gerne hätten wir noch einen Blick auf das Abbaugebiet geworfen und etwas Informationen aufgenommen. Dieses

mussten wir aus Zeitgründen verschieben.

 

Fazit:

 

Es war eine sehr lohnenswerte Reise, welche wir sofort wieder machen würden.

Drei Wochen sollten es aber schon sein!

Wir wollten jedoch nicht darauf verzichten und nicht bis zur Rente warten.

Für uns war es kein Problem, da wir mehrmals in Griechenland waren mit dem Wohnwagen und dieses auch nur für 14 Tage.

Alleine in das Baltikum, mit dem Wohnmobil, ist kein Problem.

Eine geführte Reise ist vollkommend unnötig, man kann sich das Geld sparen.

Tankstellen sind in genügender Anzahl und Reichweite vorhanden.

Deutsche und französiche Supermarktketten gibt es auch. Wir ziehen jedoch die Märkte und

Tante-Emma-Läden vor.

50 Liter Frischwasser sollte man immer dabei haben. So kann man auch mal kleine Zwischenstopps einlegen, ohne gleich in Bedrängnis zu kommen, falls mal ein längerer Aufenthalt unverhofft eintritt.

 

Die Campingplätze sind großzügig angelegt.

Deren Standard ist wie bei den Straßenzuständen, es gibt alle Kategorien.

Auf Grund der hohen Bauaktivität ist oft mit Umleitungen zu rechnen.

Da hat dann das Navi auch mal seine Grenzen.

 

Wir waren immer von sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen umgeben.

Nur die Nachtschwester war am frühen Morgen etwas ungehalten, was ja verständlich ist.

Echte Sprachprobleme gab es nie.

Jedoch sollte man sich die gängigsten Floskeln aneignen.

 

Ich hoffe, es hat Euch etwas Spaß gemacht!

Dieses war mein erster Reisebericht und habe inzwischen viel getippt und gelernt.

Auf ausführliche Beschreibungen wurde bewusst verzichtet, da das wesentlich ausführlicher in den von uns verwendeten Reiseführern beschrieben ist.

Jetzt wünsche wir Euch eine gute Reiseplanung!

Bei Fragen, einfach melden!

Lieben Gruß,

Wolfgang und Uschi

 

Galerien Polen und Baltikum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach oben