Unsere erste Reise nach Polen

   2008

 

 


 Neisse / Nysa, den Geburtsort meiner Mutter musste ich unbedingt besuchen!

Wir alle wollen wissen, wer wir sind und woher wir kommen.

  Ganz gleich, was wir im Leben erreichen,

  ohne diese Klarheit bleibt eine Leere in uns,

     ein Gefühl der Wurzellosigkeit.“


Alex Haley
amerikanischer Schriftsteller und Journalist

  

 Der "Schöne Brunnen" in Neisse/Nysa,

 im Hintergrund der "Breslauer Turm"

 

  Es ist nicht unsere erste Reise nach Polen, jedoch die erste Reise mit dem Wohnmobil nach Polen.

 Hier geht zu den Büchern über Polen


Das Reisen mit dem Wohnmobil und die Ahnenforschung ergänzen sich vortrefflich!

       Bereits in Mecklenburg-Vorpommern hatten wir viele Informationen zu unserer Ahnegeschichte sammeln können.

 

 

So lag eine Reise zu den Wurzeln, einer Linie unserer Familie, in Oberschlesien nahe.

 
  Meine Mutter erzählte mir viel von ihrer Heimatstadt Neisse. Von Schule, der Lehre und dem immer wiederkehrenden Hochwasser der Neisse.

 
    Sie erzählte auch von Opa, den ich nur dreimal sah. Reichsbahn-Oberheizer soll er gewesen sein!

 
 Welches ich über einen anderen Ahnenforscher aus dem WWW erfuhr.

 Eventuell finde ich noch die Lokomotive heraus.

 

August Rassmann

 

Harte Arbeit, mit einer Portion an Romantik. Jedenfalls für mich, der Bilderbuch-Opa schlechthin!

Auf einer Dampflok fahren, ein unerfüllter Traum von mir. Aber, es gibt ja noch den Heizerschein.

Mal sehen, was mich noch bewegt?

In der väterlichen  Linie gab es einen Feuerwerker, später Dreher.  Drehen, das kann ich ja ausgezeichnet, bzw. ich hatte es auch gelernt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Feuerwerker

Wer kann heute noch eine Kugel freihand drehen? Nur die CNC-Maschine kann es heute?

Verzeihung, ich schweife ab.

 
   Auch diese Reise liegt schon etwas zurück, jedoch möchte ich diese trotzdem beschreiben. Eventuell dient sie als Anregung oder führt zum weitern

   Gedankenaustausch mit interessierten Lesern, Ahnenforschern und Wohnmobilisten.

 Eine große Planung hatten wir uns nicht vorgenommen. Wir besorgten uns das übliche Kartenmaterial vom ADAC und ein Buch über Südpolen.

  

 

Erster Tag

 
  Danach ging es los, voller Erwartung auf das Kommende.

   

 

In Bautzen fanden wir einen wunderschönen Stellplatz an der Stadtmauer. Dieser Platz war sehr zentral gelegen, jedoch mit einer sehr engen und steilen Zufahrt.

   Er war an der Mühlstraße, unterhalb der Michaeliskirche. Von dort hatte man einen kleinen Anstieg, zur nahen Innenstadt, welche man nicht missen sollte.

 

Ob es diesen Platz noch gibt, ist mir nicht bekannt!


   Bautzen

    Bautzen und die Sorben

 

Zweiter Tag

   

Als Grenzübergang wählten wir Görlitz, um dann auf der A4/E40 in Richtung Breslau/Wroclaw zu fahren.  Alter und neuer Fahrbahnbelag wechselte sich stetig ab.

   Jedenfalls war der Aufschwung nicht zu übersehen. Auf der sehr gut ausgebauten und wenig befahrenen Autobahn erreichten wir dann Breslau.


   Breslau / Wroclaw

   Wir waren voller Erwartungen und in entsprechender Aufregung, bei dem Erreichen der Stadtgrenze. Dann begann das Fiasko!

    Unser Ziel war

   Camping Stadion Olimpijski Nr. 117. 

 

N 51°7` 1``  E 17° 5` 28``

  campingpolska.com

 

 

 Auf Grund der hohen Bauaktivitäten waren wir zahlreichen Umleitungen ausgesetzt. Trotzdem fanden wir unseren gesuchten Campingplatz, dieses auch noch im Berufsverkehr.

   Damals hatten wir noch kein Navi und nahmen deshalb einen freundlichen Polizisten in Anspruch.

 Mit einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Polnisch fanden wir den Weg.

    Ein großzügig angelegter Platz, mit einigen französischen, holländischen und wenigen deutschen Campern empfing uns.

   So war freie Platzwahl garantiert. Eine Bus- und Straßenbahnhaltestelle befindet sich nahe der Anmeldung. Was will man mehr?

 Die Anmeldung war problemlos, trotz fehlender Sprachkenntisse.Wozu hat man Hände und Füße?  Nein, ganz so schlimm war es nicht! Es fand sich immer eine freundliche Polin oder ein freundlicher Pole mit Mitleid. Hahahaha! Dann hatte ich ja noch mein schlaues Buch parat!

 

Dritter Tag

  Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, begaben wir uns zum Kiosk um die Ecke und kauften zwei Fahrkarten zur Innenstadt!

Ich war total aufgeregt, weil ich es doch von Erzählungen her kannte! Ein Teil unserer Familie hatte in Breslau ihre berufliche Ausbildung erfahren!

 Wir fuhren mit der Straßenbahn über die Kaiserbrücke, um kurz danach auszusteigen und die Markthalle zu besuchen.

Ein Stahlbetonbau aus dem Jahre 1908.

Paßbrücke 1895-1897                                                Markthalle 1905-1908

 Es war wie in Paris, zur Zeit der „Les Halles“.

 Es gab einfach alles!

 Es hatte auch fast etwas Bayerisches, fast wie der Viktualienmarkt in München, aber hier überdacht.

So bewunderten wir die leckeren Angebote und kamen aus dem Staunen nicht heraus.

Gott sei Dank, wir hatten gut gefrühstückt! Es wäre sonst schlimm ausgegangen.

   Nach dem Rundgang durch die Halle, die auch ein Obergeschoß besitzt, begaben wir uns zur Innenstadt.

Ein schön restaurierter Stadtkern erwartete uns. Ich erkannte sofort das Rathaus, welches ich auf einigen Bildern meiner Eltern schon lange vorher bestaunt hatte.

 

 

So fanden wir auch den Schweidnitzer Keller, in dem mein Vater so manches Bierchen genossen hatte.

 

 Schweidnitzer Keller

 

So gingen wir an den historischen Türen vorbei und stiegen die Treppen hinab.

(Seht Euch mal die Preise auf der Speisekarte von 1937 an. Ein bayer. Industriearbeiter verdiente damals 118,7 RM)

Ein Ratskeller, wie aus dem Bilderbuch erwartete uns.

  Jetzt schon ein Bier trinken? Wir hoben uns diesen Genuss für später auf.

Wir umrundeten den Platz, bestiegen die St. Elisabeth-Kirche  und betrachteten die Stadt von oben. 80 Meter reichten aus, denn früher waren es 130 Meter. Danach entschlossen wir uns zur Einkehr, in das Brauhaus und Restaurant Spiz.

Brauhaus Restaurant Spiz

Vorher musste ich jedoch noch einen neuen Film einlegen. So war es eben, bei der alten NIKON.

Die Breslauer Zwerge beobachteten mich dabei.

 Leider saßen wir viel zu lange und hatten müde Beine, so dass das mit dem Heimweg etwas anders ausgefallen ist.

Wir fuhren mit der Straßenbahn zurück zum Campingplatz.

Zuhause fand ich noch diesen Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_IV._Roth.

 

Etwas abseits, an den Wohnanlagen entlang,fanden wir diese originellen Läden mit leckeren Sachen.

 

Vierter Tag

 Wir standen sehr früh auf, um noch in den naheliegenden Stadtpark zu gehen.

Unser Ziel war die Jahrhunderthalle.

Die Jahrhunderthalle

Von jeher war ich von dieser Halle fasziniert!

 

Ein Beitrag vom SWR:

http://www.swr.de/schaetze-der-welt/europa

 

Nach dem Rundgang, durch die wunderbaren Laubengänge, machten wir uns wieder auf den Weg zum Campingplatz.

Leider führte uns die Reiseplanung nicht nach Trebnitz / Trzebnica

Trebnitz / Trzebnica

 

 Trzebnica in Polen und Andechs in Bayern verbindet diese Historie:

Hedwig von Andechs / Jadwiga Slaska

 

Nach dem Wasserfassen ging es über die A4 in Richtung Neisse. Eine neue Autobahn, mit wenig Verkehr, ließen den Gedanken freien Lauf. Neisse, die Geburtsstadt meiner Mutter. Oft dachte ich an die Geschichten, die sie mir erzählte.

  Die Lehre im Porzelangeschäft, in der Breslauer Straße, bei Georg Fischer, das Hochwasser und vieles mehr ging mir durch den Kopf.

  Das Geschaft ist nicht mehr vorhanden und die Nachfahren konnte ich bis heute nicht finden.

  Das zweite Bild müsste vermutlich die Rochus-Allee zeigen, nahe an der Neisse?

  Bilder aus vergangenen Hochwasserzeiten.

  Der Geschmack dieser Leckereien lagen mir auf der Zunge.

 

 

  Schlesische Pfefferminz-Plätzchen.   Und diese können wir heute noch genießen!

   Heute sind diese hier zu finden:

www.feinste-pralinen.de

 

   Bei Bei Grodkow verließen wir die Autobahn und fuhren auf der 401 nach Neisse.

Grottkau / Grodkow, auch ein Ort unserer Ahnengeschichte. Der Zweig der Rassmanns hat dort seine Geschichte.

 

Grottkau

Heimatstube

Nach einer Kuppe sahen wir die Kirchtürme der Stadt und im Hintergrund das Gebirge. Vermutlich das Altvatergebirge

Altvatergebirge

 

Wir hatten Neisse erreicht und waren auf der Suche nach einer Stellmöglichkeit für unser Wohnmobil.

Nahe dem Breslauer Turm, in einer Seitenstraße, da fanden wir dann einen schattigen Platz.

Neisse

Nysa.pl

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Nysa

Wir machten uns zur Besichtigungstour fertig und ich versuchte meine Ahnenbilder und Aufzeichnungen einzupacken.

 Doch es kam, wie so oft schon, ich hatte alles zuhause vergessen. Lediglich ein Familienbild und einen alten Stadtplan hatte ich dabei. So musste ich alles aus dem Gedächtnis abrufen.

 

Erstes Bild: Das Wohnhaus meiner Mutter, in Neisse, an der Rochus-Allee 41.     Zweites Bild: In der Mitte, meine Mutter. 

 

Es gibt auch immer wieder Glückstreffer im Leben!  Heute, am 30.Januar 2013, kurz bei youtube reingesehen und diese Bilderserie über Neisse gefunden:

http://www.youtube.com/watch?v=X2eAB9KkEu8

Dann bei 1:57 das Haus , in dem meiner Mutter wohnte, zu meiner Überraschung gefunden.

Einfach schön, dieses Gefühl!

 

Zuerst begaben wir uns in die Innenstadt, sahen uns die Kirchen und die historischen Häuser an.

  Nach einer kleinen Stärkung ging es dann zur ehemaligen Rochusallee, an der auch das Franziskanerkloster liegt,

 welches ich aus den Erzählungen erkannte.

Hier geht es zu den Bildern (Neisse)

  Leider werden die alten Postkarten, zum Ärger der Ahnenforscher,  inzwischen zu überzogenen Preisen angeboten.

    Es gibt jedoch kostengünstige Bildbände, von verschiedenen Verlagen, zu erwerben.

 

 

Unser nächstes Ziel war in den Masuren. Da wir wenig Zeit hatten, fuhren wir auf der Durchgangsstraße 46 an Oppeln / Opole vorbei und suchten uns an einer Autobahnraststätte unser Übernachtungsplätzchen.

Vorher machten wir in Malapane/Ozimek einen Halt, und sahen uns diese Stahlbrücke genauer an.

HP der Stadt Ozimek

 Diese Stahlbrücke ist die ältetse in Europa. Erbaut wurde sie 1827. Die Geburt der "Golden Gate Bridge" war eingeleitet.

Ozimek / Wikipedia

Hier etwas über die Brücke:

Oberschlesisches Kulturerbe

 Wer Lust und Laune hat, der sollte im Internet nach diesen Büchern suchen:

Neben Schinkel: Die "Bauausführungen des Preussischen Staates" 1830 - 1848 ...

 Darin sind zahlreiche Konstruktionen von Brücken enthalten und somit auch diese. Aus rechtlichen Gründen kann ich keine Abbildungen von den wunderbaren Stahlkonstruktionen hier machen.

Als Maschinenbauer blutet mir darum das Herz!

 Nahe der Brücke, in nordöstlicher Richtung, befindet sich ein mittelgroßer Einkaufsmarkt, mit reichlich Parkmöglichkeit.

So nutzen wir diesen, für das Auffüllen der Vorräte.

Auf der 46 ging es weiter bis nach Tschenstochau / Czestochowa, was wir nicht besichtigten, um dann auf die Autobahn nach Warschau zu gelangen.

Die " Schwarze Madonna" heben wir uns für eine weitere Reise auf!

Tschenstochau / Czestochowa

Vorher führte uns jedoch eine Umleitung an dieser schönen Holzkirche vorbeiLeider ist mir der Ort entfallen. Eventuell kennt jemand diese Kirche?

Ich denke, es ist eine der 30 erhaltenen Stabkirchen in Polen. Norwegenfahrerinnen und Fahrer kennen diese Art der Kirchen bereits.

Es ist eine der einfacheren Bauart.

Weitere Informationen finden sich hier: Stabkirchen / Wikipedia

 

 

Über eine Nachricht würde ich mich freuen. Dort hätten wir vermutlich auch übernachten können. Was wir auch später an anderen Orten taten.

Nur an den Sonntagen und den Feiertagen ist es nicht angebracht, für Wohnmobillangschläfer!

Vor Lodsch / Lodz bogen wir von der Autobahn ab, durchfuhren den Ort, ohne Theo zu treffen,  und suchten dann wieder die Autobahnzufahrt.

Theo, wir fahr`n nach Lodz  Ursprung: You Tube

Auf der E75, vor Warschau,  suchten wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit. Eine kürzlich eröffnete Autobahnraststelle bot sich dazu idealerweise an.

Der nächste Tag begann nicht im Wohnmobil, sondern beim Frühstück im Rasthaus. War auch nicht schlecht, da mit Bedienung.

Wenn ich doch nur etwas mehr Polnisch gekonnt hätte ( Nette Mädels).

Nach dem Frühstück ging es auf der Autobahn gleich weiter, in Richtung Warschau / Warszawa.  An der Peripherie erwarteten uns , jeweils rechts und links der Autobahn, die bekannten deutschen Firmen.

Toll, wir durchfuhren Warschau ganz alleine und ohne Navi! Wie wir dieses nur schafften?  Ja, Warschau hoben wir uns auch für eine weitere Reise auf.  So war es geplant, denn wir wollten auf den schnellsten Weg in die Masuren.

Wohin? Dieses wussten wir noch nicht.

 

Aus zeitlichen Gründen konnten ich diesen Bericht nicht abschließen. Darum stelle ich die besuchten Orte und die Stationen der Übernachtungen in loser Folge hier vor. Eine digitale Spiegelreflexkamera erwarb ich etwas später, um bessere Bilder machen zu können.

Ich bitte darum um Nachsicht!

 

 Wir hatten die Masuren erreicht!

Kurz nach Lyck / Elk fanden wir einen schönen Stellplatz, der sich jedoch zu unserer Überraschung mehr als Campingplatz darbot.

Agroturistik:

 Camping-Mazury

Der freundliche Empfang und die Umgebung, mitten im Wald, ließ uns einen Tag mehr hier verweilen.

Dieses empfand vermutlich auch unser Gast!

Den nächsten Tag nützten wir für eine Radtour nach Elk. Leider brachen wir unser Vorhaben kurz vor Elk ab, da wir nicht auf der viel befahrenen Landstrasse fahren wollten

40-Tonner an 40-Tonner! Klar, die liefern Waren! So genossen wir wieder den Rückweg, teils an der Bahn entlang und jedenfalls an wunderschönen alten und neuen Häusern vorbei.

Auffallend war auch, die vielen Birkenbestände.

Für die 2/3 der Strecke empfehle ich ein Rad mit Federgabel!

 

.Der nächste Tag brachte uns nach Mikolajki, denn dort gibt es auch einen Stellplatz, nahe am Ortszentrum und dieser ist 24h bewacht und mit Toilette. Eine Dusche hatte ich auch in Erinnerung.

 Nikolaiken / Mikolajki

N 53° 48' 8.085"  / E 21° 34' 23.755"  

Es war noch früh am Tag und wir besichtigten sofort den Ort. Es traf uns eine Mischung aus Starnberger See-Romantik und  Rostocker Hansesail- Atmosphäre.

 

Bei diesen Gelegenheiten komme ich immer ins Grübeln.

Wasser oder Land? Boot oder Wohnmobil? Ich kann es nicht sagen! Langsam kommt Hunger auf. So viel uns die Wahl schwer, bei den vielen Angeboten. Wir entschieden uns für ein kleines Restaurant, auf der anderen Uferseite, nahe an der Brücke. Jetzt kamen dann die bekannten Schweissperlen auf. Warum? Hätte ich doch nur vorher diese Fischnamen auswendig gelernt. Aber wozu hat man denn Arme und Beine?  Hunger haben sowieso alle!

Jedenfalls hat es super geschmeckt und lustik war es auch noch. Was will man mehr?

Der nächste Tag brachte uns dann die Bootsfahrt, eine Fahrt mit dem Ausflugsdampfer. Meine zweite Seele war zufrieden! Diese Fahrt fanden wir sehr angenehm! Alle Viere von sich strecken und andere machen lassen.

 

Wir mussten weiter. Wohin? Wir blätterten in den Wohnmobilführern und Reiseführern und fanden unser nächstes Ziel.

Einen Ort, den uns die Geschichte schrieb: Die Wolfsschanze 

Wolfsschanze / Wikipedia

Ein komisches Gefühl hatten wir schon, waren wir doch mit dieser Erbschuld erzogen worden. Aber wir mussten ihn sehen, den Ort des Widerstands. Dann waren wir da und konnten es nicht glauben.

Eine Menge von Einweisern, Kassiererinnen und Reiseführern erwarteten uns und zeigte uns den Weg zum Wohnmobilstellplatz!

Ein Stellplatz, hier? Nie hätten wir es erwartet!  Gut, viele Wohnmobilisten waren nicht anzutreffen. Die meisten Touris kommen mit dem Bus. Wir hatten reichlich Auswahl  und stellten uns an den Rand der Umzäunung.

Wie sich später herausstellte, standen wir nahe an dem besagten Schlagbaum, den Graf Stauffenberg auch passieren musste. Es sind nur noch Reste der Zufahrtsstraße und der Schranke übrig.

Graf von Stauffenberg

Für den Besuch der Anlage war es zu spät, so richteten wir uns für das Abendessen ein. Inzwischen gesellte sich eine polnische Familie neben uns und wir kamen mit Händen und Füßen ins Gespräch.

  

 

 

Nach einiger Zeit hatte ich es kapiert.  Der 230 DUC war sauberst aufbereitet und neu lackiert worden. Alle Achtung, saubere Arbeit!

Da ich den Biereinkauf vernachlässigte, musste wieder von den Obstplantagen die Säfterzeugnisse aushelfen!

Den nächsten Tag verbrachten wir mit der deutschsprachigen Reiseführung. 

Ich verzichte an dieser Stelle auf weitere Bilder.

In der Lagerbaracke wurde eine Ausstellung über das Hotel am Pragser Wildsee gezeigt. Südtirolkenner wissen wo es ist..

Der Tagesspiegel / Zuflucht bei Emma

Pragser Wildsee u. d. Geschichte dazu/ Wikipedia

  Nach der aufschlussreichen Führung folgten wir einem riesigen polnischen Schild, mit dem Hinweis auf weitere ca. 30 Bunkeranlagen, die gänzlich unzerstört waren.

Diese Bunker sind in Richtung Angerburg / Wegorzewo ca. 17km entfernt gelegen. Dort befindet sich ein weiterer Übernachtungsplatz mit Kiosk ( leckere Würstchen) und einen Verkaufsstand für militärischen Krimskrams.

Wir befanden uns am ehemaligen Quartier des OKH "Mauerwald". www.mauerwald.com

Da hoch?   Doch! Ohne Wald könnte man bestimmt bis zur Grenze sehen.

Achtung! Unbedingt Taschenlampen mitnehmen und ein starkes Blitzlicht!

 

Bei uns hätten bestimmt unzählige Verbotsschilder auf die möglichen Gefahren hingewiesen.

Nach der Besichtigung, ohne Reiseführer (man stelle es sich vor), gönnten wir uns die leckeren Bratwürste und ein polnisches Bier am Kiosk, und bestaunten anschließend die aufliegenden Fundstücke.

   

(Warum ich immer wieder diese wichtigen Biervorräte vergesse? Oder tut es ein Brühwürfel auch?)

 

Ein aufliegendes Faltblatt nötigte uns zu einer weiteren Besichtigungstour.

 Es bedarf einiger Zeit und gutes Schuhwerk, um auf diese nun folgenden Gebäude zu stoßen.

  Was könnte es wohl sein?

Wir empfehlen auch ein Getränk (kein Bier, wegen der schweren Beine) und eine kleine Brotzeit einzupacken. Die Digi sollte auch einsatzbereit sein!

Wo ging es jetzt hin? Genau, einfach am Kanal entlang!

 Allenburger Kanal oder Masurischer Kanal

Masurischer Kanal / Wikipedia

  

Der Masurische Kanal, hier ist die Natur mit sich allein.

 

Trotz der Schönheit der Vegitation, ist uns der Weg schon etwas lang geworden. Doch die Biber hatten Mitleid und zeigten uns ihre Bauwerke.

  

Die ersten Schleusenfragmente tauchten wie aus dem Nichts auf!

Von den masurischen Seen zur Ostsee.

   

Ein gigantisches Bauwerk, inzwischen als Kletterseilgarten genutzt, steht in der Landschaft..

 

Am Rückweg, zum Stellplatz (mit Bier), kamen wir wieder an diesen Sümpfen vorbei. 

 

Da wir nahe an der russischen Grenze fuhren und die Uhr bereits den späten Nachmittag anzeigte, suchten wir uns wieder eine geeignete Übernachtungsmöglichkeit.

Wir blätterten in unserer Reiseführer- und Litheraturkiste und fanden den Ort Drogosze, früher Dönhoffstädt.

Drogosze / Dönhoffstädt / Wikipedia

Na klar, die Dönhoffs waren uns nicht unbekannt!

von Dönhoff

So suchten wir das Schloss, welches wir auf Anhieb nicht fanden. Einige Kinder wunken uns zu. Nach dem wir den Ortsausgang erreicht hatten, drehten wir wieder um und suchten aufs Neue. Die freundlichen Kinder winkten uns abermals zu und wiesen uns den Weg zum Schloss. Vor lauter Aufregung vergaßen wir ihnen die vorbereiteten Süßsigkeiten zu geben.

Kleine Geschenke erfreuen jedes Kinderherz!

Da war es dann auch, das Schloss.

 

 Das Tor war verschlossen, so platzierten wir unser Wohnmobil am Zaun, um das Nachtlager zu richten.

Am nächsten Tag wollten wir das Schloss besichtigen.

Es dauerte nicht lange, und eine ältere, nette Polin kam zum Tor und versuchte mit uns zu sprechen.

Hm, da war jetzt guter Rat gefragt. Jeder packte seine Sprachkenntnisse aus und mit Gestik, Mimik und den Händen gelang uns dann doch eine Kommunikation.

So wurden wir in das Schloss eingeladen! Nein, nicht nur wir, sondern auch der EURA! Der Hammer!

Die Dame zeigte uns den Platz für das Wohnmobil und führte uns in einer Exklusivführung durch die Anlage.

Ja, da ist gute Handwerkskunst gefragt.

   

 

 

 

Na nu, was steht denn hier?

UDO * GRAF * Z * ST * W      und dann    ELSE * GRÄF * Z * ST * W

 

Hier kommt jetzt die Auflösung: Udo zu Stolberg - Wernigerode

Der Vater von Elisabeth    ELSE*GRÄF*Z*ST*W

Das Schloss hat schon sehr große Ähnlichkeit mit dem ehemaligen Schloss in Friedrichstein.

Schloss Friedrichstein (Ostpreußen)

Wir sahen uns noch den Schlosspark an, bewunderten die hohen und alten  Bäume und genossen den frühen Abend mit einer Flasche Rotwein.

Dieses war ja angemessen!

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns bei der netten Polin und suchten das nächste Reiseziel aus.

Wir hatten bestimmt ein großes Glück!  Ob hier jemals wieder ein Wohnmobil stehen darf?

Denn ein Käufer war angeblich bereits gefunden worden.

Deutsches Kulturforum / Östliches Europa

 

Auf dem Weg von Grunau/Gronowo nach Fromborg, über Elblag nach Danzig.

Hier  irgendwo, im hohen Gras, zwischen Braunsberg/Braniewo und der russischen Grenze, liegen sie, die Reste der geplanten Reichsautobahn nach Königsberg.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gronowo

Wenn schon ein verstorbener Vorfahre hier als Bauleiter mitwirkte, dann ist es schon einen Besuch wert.

Leider hatten wir kein Visum für Russland und so mussten wieder zurück. Die nächste Station war in  Frauenburg/Frombork.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frombork

Hier wirkte Nikolaus Kopernikus von 1512 bis zu seinem Tod 1543.

Auf dem Weg nach Frombork machten wir eine Rast und genossen den Blick auf das Frische Haff.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frisches_Haff

 

 

In einsamen Gegenden boten sich immer wieder kleine Straßen als Ruhepunkte oder auch als Übernachtungsmöglichkeit an.

 

Weiter nach Elbing/Elblag, eine Stadt mit großer Geschichte.

http://de.wikipedia.org/Elblag

Elbing war die zweitgrößte Stadt Ostpreussens, nach Königsberg. Schiffs- und Lokomotivenbau waren hier zuhause. So wurden in Elbing von 1889 bis 1912 ca. 2000 Lokomotiven gefertigt.

2008 war der ganze Stadtkern eine große Baustelle.

 

 

Nach der großen Besichtigungstour ging es weiter, auf der E77 nach Danzig/Gdansk. Nahe am alten Ortskern fanden wir damals einen großen und bewachten Parkplatz.

Eventuell stehen dort heute Häuser.

Dieser war übervoll und für unser Fahrzeug eigentlich gänzlich ungeeignet wegen der Enge. Jedoch die Parkplatzwächter hatten ein Erbarmen und wiesen uns einen Platz zu.

Es regnete, Cats and Dogs, wie die Briten sagen, aber wir wurden mit viel Mühe rückwärts in die Parkbucht platziert. Zum nächsten Zaun passte noch eine Hand dazwischen und dick durften wir auch nicht sein, damit die Türen auf gingen.

Wir waren geschafft und der Parkplatzwächter durchnässt! Egal, wir hatten einen Übernachtungsplatz und 10 Minuten zur Altstadt. Ja, sogar eine Toilette war in der Nähe, mit einer freundlichen Toilettenfrau.

Zum Dank überließ ich mein letztes bayerisches Bier dem Einweiser, der sich sichtlich freute.

http://de.wikipedia.org/wiki/Danzig

Der nächste Tag wurde mit Regen und einem schönen Frühstück begonnen.

Wir mussten nicht weit gehen, da wie bereits in der Bernsteinstrasse waren!

WODKI, WINA und PIWO?  ist es nicht leicht, das Polnisch?

Zuhause lief mir dann der Schweiß herunter! Warum? In der VHS gab es einen Polnischkurs und wir waren nur zu dritt! Dagegen war mir das Neugriechisch ein Zuckerschlecken.

Aber, ich gebe nicht auf!

 

Auf dem Weg von Danzig / Gdansk nach Stolp / Slupsk, und irgendwo in Kaschubien.

Kaschubei / wikipedia

Ein Wasserwanderrastplatz ist der ideale Übernachtungsplatz. Natur pur und für eine Abkühlung ideal gelegen.

 

 Stolp / Slupsk

Stolp / Slupsk / Wikipedia

 Stolp, die Ursprünge des Postwesens findet ihr hier! Warum?

Die Erklärung hierzu kommt gleich.

 

 Das Rathaus, ein Bauwerk von 1901, welches besichtigt werden kann.  Auf dem riesigen Parkplatz kann man sein Wohnmobil abstellen.

Oft ist hier die Polizei anzutreffen, denn diese kontrolliert die vielen Postkartenverkäufer, die vermutlich keine Konzession vorweisen können.

Bitte nichts von diesen Leuten kaufen, sonst bekommt man Ärger mit der Polizei. Man wird dann freundlich, aber bestimmt auf diesen Umstand hingewiesen.

Danach kann man sich unbesorgt zum Stadtrundgang aufmachen. In der Nähe, wenn man durch das Neue Tor geht, befindet sich das Touristenbüro in einer alten Straßenbahn.

 

Wir stehen vor dem Postamt oder vor dem Museum der Post. Egal, man muss es gesehen haben! Bei uns werden die Postämter immer hässlicher oder zum Kauf angeboten.

In Polen werden diese Häuser, oft aus Backstein, mit viel Liebe erhalten.

1831 wurde in Stolp ein Herr Heinrich von Stephan geboren, der 1874 den Weltpostverein gründete und 1877 den Fernsprecher einführte.

Damit nicht genug! Er ist auch der Erfinder der Postkarte!

 

 

Stolpmünde / Ustka

Stolpmünde / Ustka / Wikipedia

Einmal das Gefühl der ehemaligen HANSE-Fahrer erleben. Da mussten wir mit!

 

Diese Fahrt kann ich nur empfehlen und sollte man nicht auslassen!

Die Schätze abgeliefert und dann sofort zurück, zur nächsten Ladung.

 

 

 

 Rügenwaldermünde / Darlowko

Rügenwaldermünde / Wikipedia

 

Rügenwalde / Darlowo

Rügenwalde / Darlowo / Wikipedia

 Wir kennen sie alle, die Rügenwalder Teewurst! Viele denken, die hat was mit der Insel Rügen zu tun. Da sind diese aber auf dem falschen Dampfer!

Zur Teewurst / Wikipedia

www.rügenwalder.de / Geschichte

Wir mussten uns den Ort unbedingt ansehen, der einen der Ursprünge der kulinarischen Genüsse bis heute erhalten hat.

Ein kleines Städtchen mit pommerscher Backsteingotik überaschte uns.

Das Rathaus von Darlowo / Rügenwalde mit der Marienkirche.

 

 

Die Fußgängerzone mit vielen kleinen Läden und Backstuben, in denen es nach Brot duftete, so wie ich es auch bei uns kannte.

Heute duftet es bei uns nur noch nach Fertigbackmischungen.

Nicht weit von der Altstadt, befindet sich das Schloss der Herzöge von Pommern.

 

 Die Marienburg

Marienburg / Wikipedia

 

 

   

 

 

Die Hochmeister / Wikipedia

 

Deutscher Orden / Wikipedia

Die Ritterorden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ritterorden


Inzwischen konnte ich einen Polnischkurs besuchen, denn etwas Sprachkenntnis erleichtert den Zugang zu den Menschen.

Hier geht es zurück zur Übersicht:

Baltikum und Polen

 

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